Informationen über Landschildkröten


Landschildkröten gehören zu der Gruppe der Reptilien und sind wechselwarme Tiere. Sie sind also von ihrer Umgebungstemperatur abhängig. Bei guter, artgerechter Haltung können sie über 50 Jahre alt werden. Ausgewachsene Griechische Landschildkröten wiegen zum Beispiel ca. 1 bis 2 Kilogramm und sind ca. 15 bis 20 cm groß.

Damit die Tiere gesund bleiben, benötigen sie optimales Futter, ein schön angelegtes Freigehege, eine Überwinterungsmöglichkeit und einen verantwortungsbewussten Schildkrötenhalter.

Um eine Landschildkröte "weitgehend" artgerecht zu halten, überlegt sich der Halter am besten, wie es in einem ursprünglichen Schildkrötenbiotop aussieht.

Vergleicht man beispielsweise das Klima / Wetter von Griechenland mit dem deutschen Wetter, so stellt man fest, dass es für Landschildkröten viel zu kalt ist. Wäre das Wetter ähnlich wie in Griechenland, so würden bestimmt auch bei uns wilde Landschildkröten leben - aber das tun sie nicht!

Also benötigen die Tiere bei uns besondere Wärme. Dies erreicht man am besten mit einem Frühbeet oder einem Gewächshaus mit entsprechender Technik (Wärmelampen etc.).

Landschildkröten fressen am Liebsten Wildkräuter wie Löwenzahn, Spitzwegerich und Klee. Aber auch Pflanzen wie Malven, Hibiskus, Ringelblume und Kapuzinerkresse mögen sie. Wie bei uns Menschen ist eine abwechslungsreiche Ernährung sehr wichtig. Wir möchten ja auch nicht gerne jeden Tag dasselbe essen. Landschildkröten können durch Obst und Gemüse (also auch Salat, Tomaten & Co) krank werden, da sie dieses Futter nicht richtig verdauen können, auch wenn dieses Futterangebot sehr verbreitet ist, und die Tiere dies gerne fressen.

Wasser ist ebenfalls sehr wichtig, es muss in einer flachen Schale immer zur Verfügung stehen.

Auch wenn Landschildkröten mit dem kräftigen Panzer vielleicht etwas unbeholfen aussehen, sind sie sehr geschickt und klettern gerne. Dies ist für die Gestaltung des Freigeheges sowie der Gehegeumrandung sehr wichtig! Also bieten wir ihnen im Gehege viele Steine, Wurzeln und Erdhaufen als Klettermöglichkeit an. Dies hält die Tiere gesund!

Im Herbst, wenn die Temperaturen langsam sinken, fallen die Landschildkröten in eine Winterstarre. So überbrücken sie die kalten Wintermonate. Sie müssen bei 4 bis 5 Grad überwintern, zum Beispiel in einem kalten Keller oder auch in einem Kühlschrank! Ihr Stoffwechsel ist nun sehr reduziert. Wenn im März / April die ersten Warmen Tage kommen, dauert es auch nicht mehr lange, bis die Tiere wieder aktiv werden.

Gleich nach der Winterstarre paaren sich dann die Tiere. Wenige Wochen später legt das Weibchen ca. 5 bis 7 Eier in die Erde. Wenn die Eier nun durch die Sonne oder durch einen Brutkasten bebrütet werden, schlüpfen nach etwa 2 bis 3 Monaten kleine Landschildkrötenbabys. Diese wiegen im Vergleich zu ihren Eltern nur um die 10 Gramm.

Eine Innenhaltung im Terrarium stellt sicher keine artgerechte Haltung dar. Viele Aspekte der optimalen Haltung fehlen oder können nur schlecht nachgeahmt werden (Temperaturverlauf, Futterangebot, Gehegegröße etc.).

Da Landschildkröten streng geschützt sind, muss man besonders gesetzliche Regelungen beachten. Beispielsweise müssen alle weltweit bekannten Landschildkrötenarten bei der zuständigen Behörde angemeldet werden. Bestimmte Arten (z. B. Griechische Landschildkröte) benötigen zudem bestimmte Papiere und eine Foto-Dokumentation.

Diese Kurzinformation über Landschildkröten wurde zusammengestellt von Thorsten Geier, Autor des Buches "Fester Panzer - weiches Herz".



Weitere Informationen unter:
DGHT AG Schildkroeten
Interessengemeinschaft Testudo horsfieldii



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